WORKSHOPS: Equipment - Pickupwechsel

Dieser Bericht soll zeigen, dass ein Pickup-Tausch auch vom Laien problemlos durchführbar ist und man nicht unbedingt die 40-80,- € im Musikladen dazu ausgeben muss.

Vorbereitung

Zum Pickup-Tausch wird benötigt:

  1. Lötkolben
  2. Lötzinn
  3. Entlötpumpe (optional)
  4. neue Pickups
  5. ein wenig Geschick

Auf dem Bild sieht man die 2 Zebra-Humbucker, sowie die 4 passenden Schrauben und 2 Kondensatoren (die orangenen Teile). In meinem Fall handelt es sich um Orange Drops. Die Kondensatoren kosten um die 2,- € das Stück und man mags nicht glauben, aber gute Kondensatoren bringen eine hörbare Soundverbesserung mit sich.

In meinem beschriebenen und bebilderten Fall handelt es sich um eine Epiphone Elite Les Paul Standard, in die ein Satz LeoSounds GrowlDogs eingebaut wird.

Der Anfang

Es ist ratsam damit zu beginnen, zuerst die Saiten zu entfernen, da man sonst äußerst schlecht an die Pickups kommt. Als nächstes wird das Elektronikfach geöffnet.

Alte Pickups entfernen

Der nächste Schritt ist nun die Entfernung der alten Pickups. Erstmal schraubt man die Humbucker-Rahmen ab.
Nun geht es ans Auslöten. Hier gilt: Nicht mit Gewalt rausreissen, sondern die Lötstellen (Masse und Signal) erwärmen und dann die Kabel entfernen. Eine Entlötpumpe kann hier eine Hilfe sein, zwingend notwendig ist sie aber nicht.An alle unerfahrenen Bastler mein Tipp: vorher ein Foto machen oder anzeichnen, wo was war, nicht dass später der Ärger groß ist und statt besserem Sound gar kein Sound mehr kommt weil man falsch gelötet hat.
Die Pickupkabel erkennt man bei einer Les Paul nicht so leicht. Ich habe diese deswegen auf den 2 Fotos markiert. Meistens sind dies die dickeren 4 oder 5 adrigen Kabel (man sieht auf dem Foto ein rotes und schwarzes Kabel welches nirgendwo drangelötet ist – manchmal kann dieses auch verlötet sein, hat etwas mit dem sogenannten Splitting zu tun). Bei Gitarren mit Schlagbrett, wie zum Beispiel einer Strat, ist es nicht so schwer die Pickup-Kabel zu identifizieren.
In meinem Beispiel habe ich auch gleich noch die alten NoName Kondensatoren ausgelötet.

Neue Pickups einbauen

Als erstes bitte die neuen Pickups an den Rahmen befestigen.
Nun werden die Pickupkabel zum Elektronikfach geführt. Tipp: Neck-Pickup-Kabel am Ende mit einem Stift markieren Anschliessend die Pickup-Rahmen wieder verschrauben.
Jetzt hat man natürlich Kabel die (hoffentlich) viel zu lang sind. Diese werden mit einer Zange gekürzt (aufpassen, nicht zu kurz machen, Kabel verlängern ist eine ziemlich blöde Angelegenheit) und nun noch von der Isololierung befreit. Hierbei muss man GANZ vorsichtig vorgehen falls man nicht zufällig spezielle Zangen herumliegen hat.
Ich habe nun noch im nächsten Schritt die Kondensatoren ausgetauscht. Einfach die Alten auslöten, die „Beinchen“ der Neuen auf die passende Länge zurecht kürzen und wieder einlöten.
So, als letztes lötet man nun die neuen Pickups ein. In meinem Fall sind es normale 2-adrige Vintagekabel. Einfach die Ummantelung auf Masse (Potigehäuse) und das Signalkabel dahin, wo das Alte angelötet war – FERTIG :-). In meinem Bild sieht man noch eine Plastikummantelung um die Kabel der Pickups. Das ist ganz empfehlenswert, da das Kabel ansich schon der Masseleiter ist. Würde das Kabel irgendwo an einen Kontakt kommen, der KEINE Masse ist, würde ein Kurzschluss entstehen – nicht schädlich, aber der Ton wäre weg.

 

Zum Testen muss man jetzt nicht die ganze Gitarre wieder besaiten und falls was schief ging wieder die Saiten runternehmen. Einfacher Trick: Gitarre an den Verstärker anschließen, Metallgegenstand (zum Beispiel Schraubenzieher) nehmen und auf die Pickups (Polepieces) klopfen. Ertönt aus dem Verstärker das Klopfen, funktioniert alles ordnungsgemäß und man kann die Gitarre wieder startklar machen. Falls nicht, so muss man die Lötverbindungen nochmals überprüfen.

Wenn man 4- bzw. 5-adrige Kabel hat, muss man für den Humbuckerbetrieb zwei davon zusammenlöten (welche dies sind kann man unter google mit den Suchbegriffen „Farbcode“ und dem entsprechenden Pickuphersteller erfahren) und isolieren. Für einen Splitbetrieb müssen diese zwei Kabel auf Masse gelegt werden. Zu empfehlen sind hier Push/Pull Potis. Von Push/Push Potis kann ich aus eigener Erfahrung abraten, sie sind zwar praktischer, dafür aber in der Regel nach 2-3 Monaten defekt.

zu weiteren Partner-Infoseiten PARTNER - Infoseiten über Produkte und News