EQUIPMENT: E-Gitarre

Die E-Gitarre unterscheidet sich von der akustischen durch folgende Merkmale:

  • Die E-Gitarre hat immer Stahlsaiten
  • Die E-Gitarre klingt ohne Verstärkung sehr leise und dünn. Ein Verstärker, auch "Amp" genannt, ist also unbedingt erforderlich!
  • Die E-Gitarre besitzt magnetische Tonabnehmer. Die Schwingungen der Saite wird durch Induktion in einer Spule in elektrische Energie umgewandelt, die dann im Verstärker wieder in einen Klang umgesetzt wird.

Es gibt verschiedene Arten von E-Gitarren, die hier näher erläutert werden sollen:

Solidbody E-Gitarren

Diese (am häufigsten vorkommende) Art der E-Gitarre besitzt einen Korpus aus massivem Holz. Der akustische Sound ist durch den nicht vorhandenen Resonanzraum sehr leise und dünn. Wichtig ist hier zu beachten: Sowohl die Konstruktion der Gitarre, der Pickups (Tonabnehmer), des Verstärkers und der Lautsprecherbox haben enormen Einfluss auf den Sound. Ein guter E-Gitarren Sound ist also von vielen Faktoren abhängig.

Bei den Solidbody E-Gitarren gibt es 2 Grundtypen:

  1. Strat
  2. Les Paul

Dies waren die ersten Gitarren ihrer Gattung und sie unterscheiden sich wie folgt:

Strat: Die Stratocaster - eine Erfindung von Leo Fender - besitzt einen flachen Korpus, meistens aus Erle oder Esche gefertigt. Der Hals ist aus Ahorn und wird angeschraubt. Eine originale Strat besitzt Singelcoilpickups. Diese Pickups bestehen aus einer einzigen Spule, was sie anfällig für Einstreuungen macht, aber auch maßgeblich am Sound beteiligt ist.

...hier eine strat-artige Gitarre aus dem Custom-Shop von Siggi Braun

 

Les Paul: Die vom gleichnamigen Entwickler erfundene Gitarre hat einen Korpus aus Mahagony und eine Decke aus Ahorn. Der Mahagony-Hals wird eingeleimt. Les Pauls sind fast immer schwerer als Strats und haben 2 Humbucker-Pickups. Diese bestehen aus 2 Spulen und wurden entwickelt, um das typische "Singlecoil-Brummen" auszuschalten. Dies funktioniert auch, doch klingen die Humbucker auch komplett unterschiedlich zu den Singlecoils (mehr mitten, mehr Power).

...hier eine Epiphone Les Paul "Joe Perry"

 

Für welchen Grundtyp man sich nun entscheidet, hängt vom eigenen Geschmack und vom bevorzugten Musikstil ab. Auf jeden Fall sollte man beide Gitarrenarten einmal in der Hand gehabt und angetestet haben. Zwischen diesen beiden gibt es mittlerweile diverse Mischtypen und auch einige ausgefallene Neukreationen. Der Markt an Solidbody E-Gitarren ist riesig. Hier ist es echt empfehlenswert, in ein großes Musikgeschäft zu fahren und viel Zeit mitzunehmen!

...hier eine moderne E-Gitarre für die etwas härteren Stilrichtungen (von Siggi Guitars)
Diese Gitarre hat zwar eine an die Strat angelehnte Form, aber 2 Humbucker.

 

Hollowbody E-Gitarren:

Eine solche Gitarre besitzt in ihrem Korpus Hohlräume. Dies variiert von nur einigen Resonanzkammern bis hin zur halbakustischen Jazzgitarre, die fast so viel Resonanzraum wie eine Westerngitarre besitzt und auch in etwa gleich groß und gleich dick ist. Hollowbody E-Gitarren werden viel im Jazz, Rockabilly und Rock 'n Roll eingesetzt. Auch Malcolm Young von AC/DC benutzt eine solche Gitarre, obwohl es für Rock eher untypisch ist.

...hier eine Hagstrom HJ-800 Hollowbody Gitarre

 

Zur Verdeutlichung hier noch einmal ein paar Bilder zu den verschiedenen Pickuptypen:

Singlecoil-Pickup (mit einer Spule)

Humbucker-Pickup (mit 2 Spulen)

 

Modelling Gitarren

Eine Sonderstellung bei den E-Gitarren nehmen die sogenannten Modelling Gitarren ein. Hier wird durch moderne Elektronik und einen Piezo-Pickup der Sound von Vintagegitarren und auch anderen Gitarrenarten (Sitar, Banjo, akustisch...) simuliert (gemodellt). Reine Modellingitarren gibt es zur Zeit nur von LINE 6. Für Gitarren, die mit einem Roland GK-Pickup ausgestattet sind, gibt es noch die VG-Systeme der gleichen Firma. Auch hier werden Gitarren simuliert, aber auf eine etwas andere Art. 

Da es zum Thema Gitarrenmodelling schon viele Fragen gab und guitarsolos.tv eine LINE 6 Variax 300 besitzt, haben wir ein kleines Video zur Illustration produziert:


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Tipps für Einsteiger:

Für den Anfang empfiehlt sich z.B. eine Yamaha Pacifica 112, Peavy Raptor X, Ibanez GI-0 Serie oder eine LTD Viper. Diese Gitarren bewegen sich in einem Preisbereich von 160,- bis 230,- Euro und sind schon sehr ordentlich.

Man sollte beim Kauf die Saitenlage am Sattel überprüfen. Lassen sich die Töne am ersten Bund leicht herunterdrücken?
Ein weiterer Punkt ist die Qualität der Pickups. In dieser Preisklasse kann es schon einmal vorkommen, dass die Tonabnehmer pfeifen, d.h. mikrofonisch sind.

Dies wird folgendermaßen getestet:

  1. Saiten festhalten
  2. Alle Regler voll aufdrehen und den Verstärker (im verzerrten Kanal) sehr laut stellen

Hört man dann nur ein Brummen und Rauschen, ist alles in Ordnung. Gibt es unkontrollierte und laute Pfeifgeräusche, sind die Pickups mikrofonisch. Wohlgemerkt: das Pfeifen kann auch von den Saiten kommen - also gut festhalten.

Wenn es etwas mehr sein darf, wird die Auswahl sofort riesig. Gerade im mittleren Preissegment überbieten sich die Hersteller gegenseitig mit besseren Angeboten. Hier ist es wieder am besten, verschiedenes in Ruhe auszuprobieren.

Empfehlungen zum Antesten:
Fender Highway One Stratocaster, Ibanez RG serie, Epiphone Les Paul Standard (vor allem das Joe Perry Modell), LTD / ESP, Yamaha Pacifica Serie, Godin u.v.m.

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