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Thema ohne neue Antworten

Unabhängigkeit Ringfinger / kl. Finger


Autor Nachricht
Verfasst am: 22. 01. 2012 [11:10]
guitarno
Themenersteller
Dabei seit: 21.01.2012
Beiträge: 4
Hallo,

ich fände spezielle Übungen gut, mit denen man effektiv die Unabhängigkeit zwischen kleinem und Ringfinger trainieren kann.

Gruß, Arno
Verfasst am: 22. 01. 2012 [11:40]
arky
Moderator
Dabei seit: 21.04.2009
Beiträge: 329
Hallo Arno und willkommen im Forum!

Kommst Du zufällig aus Köln? Ich habe da mal 2 Recording-Boxen von jemandem aus Köln gekauft, der Arno F. hieß icon_wink.gif

Zum Thema:
Mögliche Übungen würden locker für mehrere Lessons of the Week reichen, denke ich. Die Unabhängigkeit verbessert sich meiner Meinung nach, indem man beim Spielen/Üben generell mehr Gewicht auf die schwächeren Finger legt. Hier meine Vorschläge:

3-Noten-pro-Saite-Fingersätze
Sicher bist Du mit diesem Spielprinzip vertraut. Ich habe früher gelegentlich diese Fingerings verwendet, jedoch zum verstärkten Üben der schwächeren Finger den Zeigefinger dabei weggelassen, d.h. die Fingerings nur mit den Greifhand-Fingern 2, 3 und 4 gespielt. Das geht aufgrund des größeren Stretching-Effekts nur in etwas höheren Lagen als man normalerweise mit allen Fingern spielen würde. Probiere die Patterns doch mal so in der ca. 8. bis 12. Lage (mit dem tiefsten Finger = 2/Mittelfinger beginnend).

Allein das Spielen dieser 3NPS-Skalen rauf und runter ist eine gute Übung. Mehr Schwierigkeitsgrad kann man dadurch reinbringen, dass man diese Patterns durchsequenziert, also die bekannten Notengruppen "durchjagt":

- 3er- oder 4er-Notengruppen rauf, runter

- dasselbe "gegen die Stufenrichtung", d.h. wenn Du z.B. 4er-Gruppen standardmäßig spielst, also immer 4 Noten der Skala rauf, dann das Ganze einen Ton höher beginnend, aber in derselben Lage/im selben Fingersatz bleibst, drehst Du hier einfach den Verlauf der Notengruppe um: Die Gruppe wird abwärts gespielt, die nächste Sequenz beginnt aber eine Note höher als die erste Note der vorherigen Gruppe. Klingt komplizierter als es ist...

Diese Sequenzen sind schon "normal" gespielt (also mit allen Fingern bzw. mit dem Zeigefinger in der tiefsten Position) eine gute Übung. Wird der Zeigefinger ausgeklammert, umso mehr!

- Chromatische Skalen. Sicher kennst Du die chromatischen Fingerübungen, bei denen z.B. auf allen Saiten jeweils nacheinander am 5., 6., 7. und 8. Bund gegriffen wird (bzw. absteigend). Auch hier lässt sich der Zeigefinger ausklammern, wodurch das Pattern dann pro Saite nicht mehr 4, sondern nur noch 3 Noten hat. Auch mit diesen (über alle Saiten identisch bleibenden) Fingersätzen lassen sich 3er- und 4er-Gruppen spielen, analog wie oben beschrieben, also:
- "Patterns aufsteigend" mit "Pattern-Anfangston immer eine Note rauf" (= "normale" Variante Nr. 1),
- "Patters absteigend" mit "Pattern-Anfangston immer eine Note runter" (= "normale" Variante Nr. 2),
und noch die 2 anderen Kombinationsmöglichkeiten:
- "Patterns aufsteigend" mit "Pattern-Anfangston immer eine Note runter" und das Gegenteil:
- "Patterns absteigend" mit "Pattern-Anfangston immer eine Note rauf".

Spiele diese Sequenzen von e1 bis E6 (oder umgekehrt) durch, gehe dann einen Bund rauf/runter und wiederhole das Ganze. Ich beginne meist "unten", also im 1. Bund und spiele alles bis zum ca. 12. Bund durch, dann wieder runter bis zum 1. Bund. Das wäre dann ein Komplettdurchgang dieser Übung. Dann einfach eine neue Sequenz nehmen.

Die Anschlagtechnik dabei kann natürlich variiert werden:
- Wechselschlag ("normal": mit Abschlag beginnend)
- Wechselschlag-Variante (mit Aufschlag beginnend - fühlt sich deutlich anders an)
- Hamer-Ons/Pull-Offs soweit möglich, Anschlag nur bei Saitenwechsel

-------------

Dann fallen mir noch Triller-/Legato-Übungen ein, mit denen man die schwächeren Finger gut trainieren kann. In Troy Stetinas Lehrbuch "Speed Mechanics for Lead Guitar" sind einige interessante Übungen drin. Eine davon ist ein echter Workout für alle Fingerkombinationen. Es werden eben alle möglichen Kombinationen aus 2 Fingern durchgespielt, komplett ohne Anschläge, alles Legato. Dazu bei Bedarf mehr...
Verfasst am: 23. 01. 2012 [14:59]
guitarno
Themenersteller
Dabei seit: 21.01.2012
Beiträge: 4
Hallo Arky,

ja, ich bin genau DER Arno mit den Recordingboxen. Dich habe ich gleich auf dem Gitarre/Prcussion Solo wiedererkannt. Funktionieren die Recordingboxen noch für Deine Anwendungen? Meine ist jedenfalls ständig im Einsatz. Viele Produktionen damit gemacht.
Danke für die Übungstips. Werde sie mir nochmal genauer zu Gemüte führen. Die Übungen selbst kenne ich alle irgendwie schon (Petrucci-Lehrbuch), aber die Variationen klingen sehr interessant! Gute Idee, einfach mal den Zeigefinger wegzulassen! Manchmal kommt man selber nicht auf die einfachsten Ideen icon_smile.gif
Auch das mit dem Alternate Picking, was Du am Schluss beschrieben hast, mache ich immer wieder. Eigentlich bei jeder Übung für die links-rechts Koordination spiele ich mal SO und mal SO herum. Das ist schon cool, an was für Grenzen man da manchmal stößt icon_smile.gif

Bis bald mal und danke nochmal,

Arno
Verfasst am: 23. 01. 2012 [15:58]
arky
Moderator
Dabei seit: 21.04.2009
Beiträge: 329
Hallo Arno,

ich hab's mir ja gedacht... icon_wink.gif

Ja, die Boxen habe ich noch und bin super zufrieden damit. Ich bin im Homestudio (leider) nicht sooo aktiv - teilweise fehlt mir etwas Elan, um da wieder im Equipment-Dschungel durchzublicken, die benötigten Sounds einzustellen usw. Na ja, bei mehreren Racks voll Zeugs (viele Röhrengeräte), 8 Instrumenten, ca. 15 Mikros (zum Glück nur 1 Gitarren-Amp/aber 4 Kanäle, haha) verstricke ich mich immer wieder bei der Sound-Suche. Ich muss aber dringend wieder Aufnahmen machen, weil sich viel komponiertes Material angestaut hat.

Bei Deinen Recording-Boxen nehme ich am liebsten die mit dem Tone-Tubby-Speaker (Hanf-Membran) mit einem SM57 (Übertrager ausgebaut - besserer Frequenzgang, aber mit Pegelverlust behaftet), das klingt voll/rund, aber nicht kratzig. Als Mikro-Vorstufe meistens ein Mindprint DTC und dann in den Digitalrekorder (Yamaha AW4416).

Petruccis "Rock Guitar Discipline" ist ein tolles Lehrwerk! Ich hatte es mir damals noch als VHS-Video gekauft, kurz bevor es als Buch & CD herauskam.

Ich kann mir gut vorstellen, dass Bernd sich mal dieses Thema vornimmt und ein oder mehrere Videos dazu dreht.

Gruß, Arky



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