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Thema ohne neue Antworten

Hochglanzlack "anrauen"


Autor Nachricht
Verfasst am: 04. 06. 2011 [23:31]
Chapman
Themenersteller
Dabei seit: 04.06.2011
Beiträge: 6
Hallo,

ich habe eine Strat mit einem hochglanzlackierten Ahorngriffbrett. Allerdings stört mich dies nach längerer Spielzeit zunehmend. Hat jemand einen Tipp wie ich dass Fretboard so nachbearbeiten kann, dass es wie satiniert wirkt? (Stahlwolle, Schleifpapier,usw...)

Verfasst am: 05. 06. 2011 [07:26]
arky
Moderator
Dabei seit: 21.04.2009
Beiträge: 329
Hallo und willkommen im Forum,

das geht schon, mit den von Dir genannten Mitteln. Es müsste auch mit Stahlwolle gehen, aber damit habe ich keine großen Erfahrungen. Stahlwolle dürfte fürs Nachpolieren geeignet sein. Bei Schleifpapier empfehle ich, diverse Körnungen parat zu haben und den Lack zunächst mit ca. ca. 240er Körnung möglichst gleichmäßig aufzurauen. Danach mit ca. 400-600er Körnung nachbearbeiten und mit 800-1000er abschließen. Wieviel Lack Du entfernen möchtest, ist Geschmackssache - wenn die Lackschicht relativ dick ist, ginge ja noch etwas mehr, als nur die Oberfläche aufzurauen.

Der feine Online-Laden Tone-Toys hatte zeitweise zu genau diesem Zweck, nämlich polierte Griffbretter (und/oder Hälse) vom Spiel-/Griffgefühl her geschmeidiger zu machen, ein Schleiftüchlein im Programm. Hier die Homepage:
http://www.tone-toys.com/shop/

Wenn Du beim Umsteigen auf feineres Schleifpapier merkst, dass Kratzer aus vorherigen Arbeitsgängen nur schwer herauszuarbeiten sind, am besten nochmals zur vorherigen gröberen Körnung wechsen, die Stelle mit Gefühl und möglichst gleichmäßig aufrauen und dann wieder aufs feinere Schleifpapier umsteigen, so geht es schneller voran.

Bei Schleifpapier sollte man aber aufpassen, die Bünde möglichst nicht zu berühren. Vor allem bei gröberer Körnung entstehen so schnell Kratzer, die unschön aussehen. Da wäre Stahlwolle praktischer, weil damit gleichzeitig nebenbei die Bundstäbchen mit poliert werden. Du kannst ja mit der gröberen Körnung bis dicht zum Bundrand arbeiten, das letzte Stück dann aber mit feinerem Schleifpapier erledigen. Kratzer an den Bünden lassen sich aber auch (bzw., falls leicht verkratzt) mit Polituren wieder ansehnlich machen, z.B. mit Gundel Putz (sehr gutes Mittelchen, aber nicht für beschichtete Metalloberflächen):
http://www.tone-toys.com/shop/Gundel-Putz

Gundel Putz sorgt bei den Bünden für eine hochglänzende polierte Oberfläche, fühlt sich aber etwas "trocken/bremsig" an. Daher empfehle ich, die Bünde nach dem Polieren/Einsatz von Gundel Putz noch mit Dr. Duck's oder mit Duesenberg Hardware Fluid abzureiben, dann flutscht es beim Spielen noch besser.

Dr. Duck's ist ein nützliches Vielzweck-Mittelchen. Nach der Schleifarbeit aufgetragen, macht es die Oberfläche optisch satter und sorgt für eine geschmeidige Haptik:
http://www.tone-toys.com/shop/Dr-Ducks-AxWax-Gitarren-Politur

Es ist auch als Griffbrettöl geeignet, ich reibe damit sämtliche meiner Gitarren gelgegentlich dünn ein. Der dünne Schutzfilm sorgt dafür, dass sich Schmutz nie fest ansetzen kann. Bei unlackierten Oberflächen lässt Dr. Duck's das Holz (aber auch alle sonstigen Oberflächen) dunkler/intensiver erscheinen, die Maserung wirkt leckerer.
Zur Nachbehandlung wäre auch z.B. D'Andrea Lemon Oil empfehlenswert, was eine ähnliche optische Wirkung wie Dr. Duck's hat - Maserungen sehen toll intensiv aus und das Greifgefühl wird ebenfalls sehr angenehm. Weitere Einsatzmöglichkeiten: Saiten abreiben - besseres Spielgefühl, weniger Korrosion, längere Haltbarkeit.

Geht es Dir nur um das Griffbrett, weil der Hals selbst nicht lackiert ist? Je nach Gitarre ließe sich natürlich auch der Hals aufrauen. Genau das habe ich heute mit einer meiner Gitarren vor. Bzw. mit mehreren - bei einigen habe ich die Hälse vor einiger Zeit zwar mit Schleifpapier nachbehandelt, damals aber nur etwas zu grobe Körnungen parat. Jetzt habe ich reichlich Schleifbögen in bis zu 1000er Körnung.
Verfasst am: 05. 06. 2011 [12:13]
arky
Moderator
Dabei seit: 21.04.2009
Beiträge: 329
Ich habe zu dem Thema noch etwas recherchiert und auch Tipps gefunden, die Lackoberfläche gleich mit sehr feinem Schmirgelpapier zu bearbeiten, Körnung ca. 1000er oder noch feiner. Mein Vorschlag, erst gröber vorzugehen, hätte bei einer relativ dicken Lackschicht den Vorteil, dass man diese ein Stück weit dünner schleift oder, falls gewünscht, auch bis zum Holz arbeiten kann. Das Aufrauen wäre auch direkt mit sehr feiner Stahlwolle möglich.
Verfasst am: 05. 06. 2011 [12:37]
Chapman
Themenersteller
Dabei seit: 04.06.2011
Beiträge: 6
Hallo Arky,

vielen Dank für die sehr ausführliche Antwort. Es handelt sich um eine aktuelle Fender Std Strat. Der Hals selbst ist angenehm satiniert, nur das Griffbrett ist hochglänzend. Bis ich diesen abgespielt habee, wird noch einige Zeit ins Land ziehen. Ich werde es wohl erstmal mit der Stahlwolle versuchen.

Gruß
Mike



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