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Thema ohne neue Antworten

na endlich


Autor Nachricht
Verfasst am: 01. 10. 2010 [12:18]
SouthsideB
Themenersteller
Dabei seit: 01.10.2010
Beiträge: 16
Hi Bernd,

nach langem Suchen, bin ich endlich auf deine Home-Page gestoßen und muss sagen, genau das ist es, was wahrscheinlich vielen gefehlt hat. Schön zu sehen, dass auch ne ganze Menge Idealismus dahinter steht. Ich spiele bereits seit vielen Jahren Bass; allerdings von Anfang an nach Gehör und ohne jedwelche fundierten Theoriekenntnisse. Ich fange mit meiner Gitarre also nicht ganz am Anfang an, aber letztendlich dann doch ziemlich weit vorne icon_wink.gif (Musikrichtung Prog-Rock) Deine zwei Büchen (Guitarsolos Red und Silver) sind auch schon über Amazon unterwegs - damit und mit dieser Seite habe ich bestimmt genug Stoff für die nächsten Jahre icon_biggrin.gif
Allerdings hätte ich noch ein paar Fragen zu einem vernünftigen Ablauf:
1. In welcher Reihenfolge sollte ich denn die einzelnen Scalen üben? (wäre a)Moll-Pentatonik, b)Durtonleiter c)harmonisch moll d)melodisch moll, die richtige Reihenfolge)
2. Wie lange sollte man sich mit einer Tonleiter mindestens beschäftigen, um sie einigermaßen zu verinnerlichen?
3. Könntest du zu den einzelnen Scalen Songbeispiele von bekannten Songs nennen, um vielleicht einen besseren Bezug dazu zu bekommen?

Vielen Dank im Voraus
mit besten Grüßen
Norbert
Verfasst am: 01. 10. 2010 [16:08]
arky
Moderator
Dabei seit: 21.04.2009
Beiträge: 329
Hallo Norbert,
Bernd wird sich bestimmt noch dazu melden, aber ich erlaube mir, auch was zu sagen:

Von der Reihenfolge her... Anders gefragt: Wie sind Deine Kenntnisse? Wenn man sich mit ProgRock beschäftigt, denke ich, kann man eigentlich automatisch so einiges voraussetzen. Dur/Moll-Skalen und Pentatonik sind direkt miteinander verwandt. Wenn Du eine davon vor Dir hast/gut verinnerlichst, kannst Du die andere durch Hinzufügung (Pentatonik -> Dur/Moll) bzw. Auslassung (Dur/Moll -> Pentatonik) von jeweils 2 Noten erzeugen.

Aufbau Pentatonik (= Skala aus 5 Noten):
Die Notenstufen vom Grundton (Prim) beginennd wären: 1 - 3 - 4 - 5 - 7 - 8 (=1);
also 1. Note = Prim (1. Note) - Terz (2. Note) - Quart (3. Note) - Quint (4. Note) - Sept (5. Note) - Oktav (=mit Grundton identisch, nur "höher"icon_wink.gif.

Dur/Moll besteht bekanntlich aus 7 Noten. Im Vergleich mit der Pentatonik kommt noch der 2. Stufenton (Sekund) und der 6. Stufenton (Sext) hinzu. Bzw. von Dur/Moll aus erhält man per Auslassung der Sekund und Sext die Pentatonik. Die Pentatonk gibt es ebenfalls in Dur/Moll, dies wird über die Terz entschieden: kleine Terz (3 Halbtonschritte) = Moll-Pentatonik, große Terz (4 Halbtonschritte) = Dur-Pentatonik.

Wie lange man welche Skala übt, lässt sich nicht pauschal beantworten. Du musst selbst wissen/merken, ab wann Du mit einer Skala sicher umgehen kannst.

Charakteristischer Sound - hierzu kann Bernd bestimmt differenzierter eingehen:
Harmonisch Moll: Malmsteen/Neo-Classical
Melodisch Moll: z.B. Allan Holdsworth

Das war hoffentlich eine gewisse Hilfe.
Verfasst am: 01. 10. 2010 [16:24]
SouthsideB
Themenersteller
Dabei seit: 01.10.2010
Beiträge: 16
Hi Arky,

vielen Dank für deine Antwort. Die Frage nach meinem Kenntnisstand stelle ich mir selber oft genug icon_biggrin.gif ich weiß von allem etwas, aber eben nichts wirklich ganz. Mir fehlen noch jede Menge sogenannter "missig links". Ich muss also langsam versuchen, alles was ich über Musiktheorie weiß irgendwie zusammen zu bringen. Deine Antwort hat mich jedenfalls einen kleinen Schritt weiter gebracht. Ich versuche eigentlich lediglich (so wie jeder andere wahrscheinlich auch) ein für mich verständliches System zu finden, nicht einfach etwas nachzuspielen, sondern auch zu verstehen, was da genau passiert und warum. Bisher leider erfolglos.

Norbert
Verfasst am: 02. 10. 2010 [11:16]
arky
Moderator
Dabei seit: 21.04.2009
Beiträge: 329
Als Gitarrist hat man es ohne Rhythmusvorlage oder Jam-Tracks evtl. etwas schwer, Skalen bzw. harmonisches Material im wahren Kontext zu "erfahren". Soll heißen: Wenn man diverse Skalen (jedoch ohne Begleitung) spielt, denkt man sich: OK, sind halt unterschiedlich, aber worin eigentlich? Daher der Tipp: Spiele z.B. auf der A5-Saite am 7. Bund beginnend die Dur- und Moll-Skala _nur auf der A-Saite, also "horizontal", wie Bernd in einer seiner neuesten Lessons of the Week gezeigt hat. Spiele dabei aber immer die E6-Saite mit bzw. lasse die einfach klingen, während Du auf der A-Saite die skaleneigenen Töne greifst/spielst. So hörst Du die eigentliche "Farbe" der Skala viel klarer. Diese Übung kann man alternativ zum Plektrumspiel auch mit Zupfen spielen. Das hat den Vorteil, dass man zwischen dem Basston und den oben wechselnden Noten spontan rhythmische Spielchen einstreuen kann und dass dabei schon mal die ein oder andere cool klingende Idee entsteht. So kann man aus einer Übung in Nullkommanix Musik entstehen lassen.

Diese Leersaite-dazuspielen-Technik lässt sich, wenn man fester anschlägt, auch gut nutzen, um eine indische Sitar zu imitieren - nicht vom Schnarrgeräusch her, sondern von den mitschwingenden (Resonanz-)Saiten her. Mit etwas Effektsound garniert, kann sich das ebenfalls sehr interessant anhören. Dann empfehle ich Dir als Skala Harmonisch Moll. Dabei kann man auch hervorragend Phrasierung üben - spiele ruhig wild und dynamisch, dabei können als Nebenprodukt wieder sehr coole Ideen entstehen.

Wenn Du Jam-Tracks hast oder z.B. die auf dieser Webseite nutzt, kannst Du ebenfalls über statische Akkorde diverses Skalenmaterial spielen und hörst/fühlst auch, wie jede Skala klingt. Wenn Du mit der Zeit mit diesen Skalen sicherer wirst, wirst Du evtl. feststellen, dass die interessantesten Ergebnisse oft dann entstehen, wenn man diese Skalen vermischt oder sehr schnell von der einen in die andere übergeht. 5 min lang nur Dur/Moll/wasauchimmer zu spielen, kann schon mal langweilig sein.
Verfasst am: 02. 10. 2010 [15:39]
berndkiltz
Admin
Moderator
Dabei seit: 20.03.2007
Beiträge: 437
Hallo Norbert, vielen Dank für das Lob erstmal!
Zu Deinen Fragen:
1) Reihenfolge - Moll Pentatonik, Durtonleiter, danach: Wenn du eher Jazz machen willst zuerst melodisch Moll, wenn du eher Rock/Metal machen willst erst harm. Moll.
Wichtig: Übe erst ein neues Skalensystem wenn du das andere 100% kannst. (Dazu in 2 mehr)
2) Du brauchst zum Automatisieren eines Fingersatzes ca 3000 Wiederholungen. Diese müssen dazu auch noch IMMER GENAU GLEICH sein und langsam und konzentriert geübt werden. D.h. wenn du 10 saubere Wiederholungen am Tag schaffst, dauert es ca ein Jahr, wenn du 100 schaffst 30 Tage. Optimal ist wohn irgendwo dazwischen icon_smile.gif Lies Dir dazu auch noch "Richtig Üben" in unserer Rubrik "Lernen" durch!
3) Songbeispiele zu Modes... nunja es gibt selten Lieder die nur in einem Mode sind. Meistens ein Gemisch. Melodisch Moll findet sich nur im moderneren Jazz und Harmonisch Moll bei fast allen Dominanten (Funktionsbezeichnung) der Popmusik/Rockmusik. Dur/Moll: Pop, Rock, Folk. Pentatonik wird viel im Blues eingesetzt.
Mach doch mal einen Thread in der Rubrik "Gitarre spielen Lernen" auf mit dieser Frage, da kann dann jeder wenn er was typisches gefunden hat posten.
LG und viel Spaß noch auf der Seite.
Bernd.

Bernd Kiltz
Gitarrist
Site Admin
www.guitarsolos.tv
Verfasst am: 02. 10. 2010 [23:21]
SouthsideB
Themenersteller
Dabei seit: 01.10.2010
Beiträge: 16
@Arky - danke für deine Tips. Finde ich sehr hilfreich und werde versuchen das mal mit einzubauen icon_smile.gif vor allem die Variante mit der Leersaite - klingt gut

@Bernd - ok, das ist genau das, was ich eigentlich wissen wollte icon_smile.gif und schon wieder einen "missing link" gefunden. ich habe bereits mit der moll-Pentatonik begommen und werde das jetzt erstmal bis zur Vergasung üben. Nebenbei nehme ich mir ganz langsam mal deine ersten 33 Solos vor. Die Bücher sind im übrigen sehr gelungen - zumindest für mein Vorhaben. Ich denke, wenn man die Übungszeit so aufbaut, dass ein Teil davon Skalen, ein Teil Solos und ein Teil davon einfach versuchen etwas bekanntes nachzuspielen ist, hat man Spiel , Spass und Schokolade.. oder so ähnlich, in einem icon_wink.gif
3000 Wiederholungen? hmm, vielleicht sollte ich doch lieber auf Triangel umsteigen icon_biggrin.gifD nene, du hast schon Recht. Ich mache es zur Zeit so, dass ich die Skala in einer bestimmten Geschwindigkeit (nach Metronom) den ganzen Hals rauf und runter spiel. Wenn es fünf mal fehlerfrei klappt, schalte ich eine Stufe schneller.. mal sehen, wie weit ich komme.

Vielen Dank nochmal für deine Antwort
Norbert



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