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Thema ohne neue Antworten

Sinnvoller Übungsablauf für regelmäßigen Fortschritt


Autor Nachricht
Verfasst am: 10. 07. 2011 [12:41]
SouthsideB
Themenersteller
Dabei seit: 01.10.2010
Beiträge: 16
Hi Leute,

ich habe vor einigen Monaten (könnte schon fast ein Jahr sein) mal das Thema aufgebracht, wie oft und was man üben muss, um einige Grundlagen zu verinnerlichen. Am Ende meinte Bernd, dass man beispielsweise Scales ab der 3000-sten Wiederholung durchaus automatisiert hat. Das habe ich dann mal so als Experiment gestartet und jede einzelne Wiederholung dokumentiert. Die Scales sind Moll-Pentatonic, Dur, Harmonisch Moll, Melodisch Moll und 3NPS um die Modes auch zu trainieren.

Ich muss sagen, es funktioniert extrem gut. Ich bin jetzt bei über 2000 Wiederholungen (pro Scale) und denke, dass ich das nach 3000 trotzdem noch weiter in meinen Übungsalltag einbauen werde. Nebenbei läuft immer ein Metronom (a.bestmetronome.com) und das schalte ich ab 50 Wiederholungen (also 50 von allen) immer um zwei punkte höher. So verbessert sich auch meine Geschwindigkeit - was eigentlich wie von selbst funktioniert. Die Fortschritte sind jedenfalls sehr erstaunlich auch ohne irgendwelche anderen Fingerübungen.

Jetzt mal eine Frage in die Runde. Wie schaut euer Übungsablauf aus? Wenn man mal zum beispiel zwei Stunden pro Tag als Übungszeit einplant, wie sehen diese zwei Stunden aus? Was wird und in welcher Reihenfolge am sinnvollsten geübt. Wie übt eigentlich ein Musikstudent, der sich vier bis acht Stunden täglich mit seinem Instrument beschäftigt?

Bin mal gespannt auf eure Antworten.

Gruß
Norbert
Verfasst am: 11. 07. 2011 [20:39]
Chapman
Dabei seit: 04.06.2011
Beiträge: 6
Hi Norbert,

Ich übe derzeit folgendermaßen: Ich mache 3000 Wdh. pro 3NPS-Skala. Irgendwann macht es bei mir plötzlich klick und die Scala läuft plötzlich deutlich flüssiger. Ich bin momentan beim dritten Satz und bin von dem 3000er System sehr überzeugt, da jeder Satz sicher sitzt, und ich nicht das Problem habe, dass sich diese vermischen. Bei den Pentatoniken damals geschah es oft, dass ich zu früh auf die Neue wechselte, und sich plötzlich Probleme ergaben, da keine wirklich eingeprägt war. Mir ist zwar nichts genaues bekannt, aber ich denke nicht, dass die Zahl 3000 nur ein Richtwert ist. Bernd hat das ja von wissenschaftlichen Fakten bezogen, und ich baue lieber erwiesene Tatsachen in meinen Übeplan ein, als andere Tricks die vllt. nur für den einzelnen funktionieren. Zum Thema Gitarrenspiel gibt es für meinen Geschmack eh zuviel Voodoo und zuwenig Fakten. Hoffe das ändert sich noch.

Wenn ich zwei Stunden üben würde, dann dreimal 15 Minuten mit je fünf Minuten Pause dazwischen. Da ich ein Aufmerksamkeitslegastheniker bin, sind 15 Minuten das Höchste der Gefühle. Anschließend würde ich eine größere Pause machen, von ca. 15 - 20 Minuten und die restliche Zeit ebenfalls nach dem Schema nutzen. Für mich ist dies am besten. Obwohl ich beim Üben mittlerweile auf eine Stunde runtergefahren bin (netto 45 Minuten), da mir auffiel, dass motivierte 45 Minuten Üben deutlich mehr bringen, als sich zwei Stunden durchzuquälen. Da besteht das Risiko, dass die Gitarre nur noch mit "Arbeit" verknüpft wird, und der Spaß verloren geht. Das ist mir passiert, und es war schwer sich wieder aufzuraffen, und das Negative vom Instrument abzustreifen.

Keine Ahnung wie ein Musikstudent übt. Ich lernte durch Zufall in den letzten Monaten einige kennen, und oft war es nicht die von mir erwartete Elite. Da war von "Probleme beim Griffe transponieren", bis "sehr unterdurchschnittliches Können am Instrument" viel dabei. Darunter sind nicht nur Leute wie Bernd Kiltz oder Prof. Julia Fischer zu finden.
Wie manche tatsächlich ihre vier bis acht Stunden verbringen kann wohl Bernd am besten beantworten. Viele Musiker behaupten ja ebenfalls ein ähnliches Übepensum zu haben. Ob die tatsächlich täglich solange vor dem Metronom sitzen, kann ich mir persönlich nur schwer vorstellen, da die geistigen Leistungen ja auch irgendwann in den Keller gehen. Vielleicht werden Jamsessions oder spielen zu Songs ebenfalls hinzugerechnet. Aber gut, ich will niemanden was unterstellen. Vielleicht haben diese eine beinahe übermenschliche Motivation und Auffassungsgabe.
Trotzdem glaube ich, dass das Pensum zweitrangig ist. Viele sehr sehr gute Techniker haben nach eigenen Angaben, mit einer einstelligen Stundenzeit in der Woche ihre Virtuosität erreicht. Hier wäre eine fundierte Studie sehr interessant.
Verfasst am: 11. 07. 2011 [21:09]
SouthsideB
Themenersteller
Dabei seit: 01.10.2010
Beiträge: 16
...also die Geschichte mit den 3000 scheint doch was zu haben. Bernd meinte ja, dass es ab 1800 neue Synapsen gibt - ich denke, ich spür schon welche icon_wink.gif ..aber mal im ernst, es klappt wirklich und wird immer besser. Arky hat natürlich einerseits auch recht, dass das etwas zu wissenschaftlich erscheint - andererseits gibt es auch Tage, an denen die Motivation zum 0-Punkt strebt und da ist es doch angenehm etwas zu haben worüber man nicht viel nachdenken muss. Einfach Metronom laufen lassen und los gehts. Übrigens danke Arky für die Buchtips icon_smile.gif Außer den Lehrvideos gibt es von Petrucci auch noch andere Geschichten. Zusammen mit Myung sollen angeblich stundenlange Sessions stattgefunden haben, in denen nichts anderes als Scales in allen möglichen Geschwindigkeiten geübt wurden. Es ist aber oft so, dass erfahrene und fortgeschrittene Gitarristen davon sprechen, dass es die Masse nicht bringt - selber aber (wie du auch sagtest) von den Zeiten zehren, in denen sie selber Massenhaft "eintöniges" geübt haben. Wie dem auch sei, das sind wohl alles Erfahrungen, die jeder selber machen muss. Für einen Anfänger wäre es halt nur interessant zu wissen, was Sinn macht und was nicht. Selbstverständlich gibt es unterschiedliche Ziele - letztendlich wollen aber alle nur "gut" werden.

Und, hey, wenns nicht klappt, können wir immer noch unsere Seele verkaufen icon_wink.gif
Verfasst am: 12. 07. 2011 [19:40]
Chapman
Dabei seit: 04.06.2011
Beiträge: 6
Vielleicht fehlt nur mir der Zusammenhang, doch was scheint an der Aussage "Mache 3000 Wiederholungen pro Scale" zu wissenschaftlich? Es ist kein 800-seitiger Aufsatz über die Bildung neurologischer Verbindungen bei entsprechender Wiederholungszahl, sondern einfach ein aus der Sportwissenschaft hergeleitetes Ergebnis. Ein Satz. Ein Ratschlag.
Also sorry, aber da fehlt mir einfach das Verständnis. Wenn einer der bekannteren Gitarrengurus dieselbe Äußerung ohne Begründung vorträgt, würden sich kurz darauf die Ersten die Nächte um die Ohren schlagen, um diese Zahl zu erreichen. Und wenn es von Bernd kommt, der sich tatsächlich mit der Materie auseinandersetzte heißt es: "Na ja, ich weiß nicht... ist mir zu wissenschaftlich". Ich hatte mittlerweile einige Lehrbücher in der Hand, und war schon bei so manchem Lehrer, und Bernd gehört zu den Wenigen die die menschliche Aufmerksamkeitsspanne in den Vorschlägen zum Übeplan berücksichtigen. Es wurde höchste Zeit, dass sich mal jemand mit der tiefergehenden Materie befasst, und ich hoffe es kommt noch viel mehr zu dem Thema.
Verfasst am: 13. 07. 2011 [19:17]
SouthsideB
Themenersteller
Dabei seit: 01.10.2010
Beiträge: 16
..hey, mir fehlt jetzt hier ein wenig die Harmonie icon_wink.gif natürlich hat jeder seinen eigenen Weg. Aber der muss erstmal gefunden werden. Es gibt kein "grundsätzlich richtig" oder "grundsätzlich falsch". Letztendlich wollen wir alle nur was lernen - und auf den für uns richtigen Weg stoßen.

N.
Verfasst am: 14. 07. 2011 [17:14]
Chapman
Dabei seit: 04.06.2011
Beiträge: 6
Ich spüre auch negative Schwingungen. Mein Kommentar war weder direkt auf deine Art zu Üben bezogen, noch auf dich persönlich, Arky. Von daher verstehe ich die Reaktion darauf nur ansatzweise. Meine Äußerung war nur auf das Satzfragment "...es ist mir zu wissenschaftlich" bezogen. Eine Übeeinheit mit 3000 Wdh. lässt sich mit einem Stift und einem Stück Papier sehr leicht dokumentieren. Aber egal, ich denke ich werde mich mal besser ausklinken bevor es zu weiteren Diskussionen kommt. Auf alle Fälle - ich hoffe eine letzte Äußerung sei mir dazu noch gestattet - finde ich es klasse, dass Bernd neue Konzepte ins Gitarrenspiel bringt, und hoffe es folgen noch mehr.
Verfasst am: 22. 07. 2011 [00:06]
Guitarman
Dabei seit: 23.08.2007
Beiträge: 108
Was Ihr alle nicht vergessen solltet ist, dass es hier um Musik geht. Das heißt, dass man meines Erachtens nach versuchen sollte, die Übungen möglichst schnell musikalisch anzuwenden und nicht nur stur Viertelnoten usw.. Hirn aus und vor dem Fernseher Skalen dudeln bringt einen nicht wirklich weiter.
Musik muss grooven und braucht Luft zum atmen!!! (das soll nicht heißen, dass ihr ohne Metronom üben sollt! Nicht falsch verstehen!)

Skalen üben ist wichtig, aber die meisten vernachlässigen dabei dir Akkordarbeit. Ein Song besteht in den meisten Fällen aus 95% Rhythmus- und Akkordarbeit und 5% Solospiel. Das solltet Ihr nicht vergessen. Wenn 95% des Songs langweilig und eintönig klingen, kann auch ein furioses Solo ihn nicht mehr retten!!!

Es gibt 1000de gute Solisten und Seitenflitzer, aber nur die wenigsten schaffen den Durchbruch. Ein Grund dafür liegt sicherlich darin, dass viele keinen groove haben und schlechte/langweilige Rhythmusarbeit leisten. Man schaue nur mal auf die alten Blueslegenden, die teilweise mit nur 1-2 Akkorden + dazugehörige Dreiklänge 10 Minuten füllen konnten und alle fanden es genial, da sie kreativ waren und über gute Phrasierungen verfügen. Die haben auch nicht jeden Tag 3 Stunden Skalen geübt! Der Ton macht die Musik!!!
Viele beherrschen Powerchords, sowie die offenen Grundakkorde und dann war es das auch schon, dafür aber 5-10 verschiedene Tonleitern.

Nie vergessen, es geht um Musik! Technik und Theoriewissen sollen Euch nur dabei helfen, Eure Ideen besser auf die Gitarre/die Realität übertragen zu können. Keine Skala der Welt hilft Euch aber, gute Ideen zu entwickeln...

Ich stehe auch auf Paul Gilbert, Vai und Satriani usw., aber die sind auch eher die Ausnahme! Ich hab früher auch Technik und Skalenübungen bis zum Erbrechen gemacht und jetzt hab ich endlich einen genialen Lehrer gefunden, der 20 Jahre als professioneller Jazzgitarrist unterwegs war und gleichzeitig Dozent an einigen Hochschulen. Ich kann jedem nur raten sich einen Lehrer mit ähnlichen Qualifikationen zu suchen. Es gibt einfach zu viele Lehrer, die direkt nach dem Studium mit dem Unterrichten beginnen, selber aber außer dem täglichen Üben, keine eigene Musik machen (höchstens in einer Coverband spielen). Von diesen kann man nur bedingt lernen, wie man die ganze Theorie auch in gute Musik umwandelt.

Skalen/Technik/Theorie sollten der Musik dienen, nicht umgekehrt.

Keine Ahnung ob meine "Brandrede" Euch jetzt wirklich weiter hilft. Kurz gefasst, geht es einfach nur darum, musikalisch zu üben (trotzdem mit Metronom) und Gefühl für den Ton, Phrasierungen usw. zu entwickeln.
Natürlich gibt es jetzt auch Gegenstimmen, denn jeder muss seine eigene Art des Übens entwickeln. UND DAS IST AUCH RICHTIG SO!!!

https://thehomerecordingsessions.bandcamp.com/
Verfasst am: 22. 07. 2011 [01:53]
Guitarman
Dabei seit: 23.08.2007
Beiträge: 108
Kleiner Nachtrag zu meinem vorherigen Beitrag:

Die eigentliche Frage muss lauten:

Welche Musik möchte ich machen, was sind meine Ziele???

Nur wenn du weißt wo dein Ziel liegt, kannst du dir einen vernünftigen Übungsplan aufbauen. Der ist je nach Ziel natürlich sehr individuell. Jede andere Rangehensweise ist dementsprechend nicht zielführend.

Wenn du Punkrock oder klassischen Blues spielen willst, kannst du dir die Mühe sparen, melodisch und harmonisch Moll zu üben. Klar kann man diese Tonleitern auch dort anwenden, sie klingen für das Zielpublikum aber eher befremdlich. Wenn du Musik studieren möchtest, guck mal auf den Seiten der Universitäten bzw. schreib eine Mail, und frag nach den Inhalten der Aufnahmetests. Falls du spielen möchtest, wie ein bestimmter Gitarrist, analysiere ein paar Stücke von ihm bzw. lass einen Gitarrenlehrer diese Stücke analysieren und dann weißt du genau, welche Techniken, Tonleitern usw. du üben musst.
Wenn man die Stücke von z.B. Paul Gilbert analysiert, stellt man sehr schnell fest, dass er häufig "nur" die Kirchentonleitern, Pentatonik und Bluestonleiter nutzt (zumindest auf seinen Solo-Cds mit Gesang). Er ist halt nur in der Lage, diese sehr spektakulär klingen zu lassen.

https://thehomerecordingsessions.bandcamp.com/



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